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02.12.2019

Faire Weihnachtsschokoladen für Frauenhaus in Kolumbien

Auch in diesem Jahr bieten die Verantwortlichen der Eichstätter Welt-Brücke und der Fairtrade-Stadt Eichstätt wieder ein spezielles weihnachtliches Produkt, das nicht nur regional und fair ist, sondern auch für einen guten Zweck verkauft werden soll: Fünf verschiedene Fairtrade-Schokoladen mit weihnachtlichen, zum Teil auch Eichstätter Motiven.

Betania-Schwester mit Mutter und Kind

Betania-Schwester mit Mutter und Kind

Mit dem Verkauf dieser Schokoladen soll in diesem Jahr das Haus „Betania“ in Kolumbiens Hauptstadt Bogotá unterstützt werden, in dem alleinstehende schwangere Frauen und Mütter mit ihren Babies ein sicheres Zuhause und umfassende Unterstützung  und Zukunftsperspektiven erhalten. Dieses wird seit vielen Jahren von den Eichstätter Journalisten Dagmar Kusche und Peter Esser unterstützt und vom Referat Weltkirche der Diözese und der Welt-Brücke finanziell gefördert.

Gewalt gegen Frauen gehört auch in Kolumbien zur traurigen Alltagsrealität: 400 Frauen starben 2018 eines gewaltsamen Todes, 18.000 Frauen erlebten massive Gewalt in der Ehe, 7.000 innerhalb des weiteren Familienkreises, wie Rovitzon Ortiz aus Kolumbien, der derzeit in Eichstätt lebt und promoviert, in einem Vortrag anlässlich der diesjährigen Spendenaktion der Welt-Brücke und Fairtrade-Stadt berichtete. Darüber hinausgehend registrierten die staatlichen Behörden in Kolumbien im letzten Jahr rund 9.100 sexuelle Übergriffe und über 16.000 Gewaltsituationen, in denen Frauen Opfer waren: „Die Tendenz ist leider steigend“, betonte Ortiz dem erschütterten Publikum im Vinzenzheim der Caritas. Gründe dafür seien oftmals Eifersucht sowie die Perspektivlosigkeit wegen hoher Arbeitslosigkeit und Verarmung vieler Familien. Betroffen sind vor allem die Altersgruppen zwischen 20 und 35 Jahren – genau solche Frauen, die in ihrer Not das Haus „Betania“ im ärmeren Randgebiet der Achtmillionenmetropole Bogotá aufsuchen und dort um Hilfe bitten. Schon viele Jahre widmen sich die Schwestern der Ordensgemeinschaft „Töchter der Barmherzigkeit Mariens“ in „Betania“ jungen Frauen und alleinstehenden Müttern in sehr schwierigen Lebenslagen.

Die Frauen sind zuvor häufig Opfer von familiärer Gewalt, Vernachlässigung oder Vertreibung geworden und verfügen kaum über Geld. „Betania“ durchläuft derzeit aber einen grundlegenden Wandel. Bis vor kurzem lebten die Frauen in einem Internat, jetzt gibt es immer weniger bedürftige Frauen, die in die stationäre Einrichtung aufgenommen werden möchten. Sie wollen alleine mit Kind oder in ihrer Herkunftsfamilie sowie bei Verwandten und Bekannten leben. Dennoch bedürfen sie psychosozialer Hilfe sowie einer Berufsausbildung. Daher gestalten die Schwestern ihr Haus „Betania“ derzeit von einem Internat mit Bildungsmöglichkeiten in eine moderne Bildungsstätte für externe Frauen um. Dies geschieht im Rahmen eines zunächst zweijährigen Projektes mit dem Titel „Empoderame“ – „Stärke mich“.

Empoderame ist ein ehrgeiziges Projekt, das die Schwestern in einem Netzwerk von mehreren beteiligten staatlichen sowie privaten Institutionen und Förderern verwirklichen. Letztlich sollen davon in den zwei Jahren 120 junge alleinstehende Mütter profitieren. Das erste Semester mit gut 30 Frauen ist gerade zu Ende gegangen. Die ersten größeren Investitionen zum Umbau der Räume sowie zur Initiierung des Kurses haben die Schwestern überwiegend aus eigenen Mitteln finanziert. Förder- und Spendenmittel aus Eichstätt ermöglichten einen Kurs in Computer- und Informationstechnik sowie die Anschaffung von Schulkleidung. Von verschiedenen Ausbildern sollen die Frauen nach und nach je nach Talent in praktischen Workshops von Mode und Schneiderhandwerk bis zu Tanz und Theater unterrichtet werden. Für die psychosoziale Hilfe können die Schwestern auf ein vorhandenes bewährtes Fachkräfteteam einer Psychologin, Sozialarbeiterin und Ernährungsberaterin zurückgreifen, das bereits einige Jahre lang aus Eichstätt gefördert wurde. Viele Mütter machen in „Betania“ auch einen Schulabschluss, der ihnen sonst nicht möglich wäre. Die Babys und Kleinkinder der Beteiligten werden in einer ebenfalls aus Eichstätt mitfinanzierten Kinderkrippe betreut.
    
Die Weihnachtsschokoladen in vier Sorten gibt es ab sofort in der Welt-Brücke zum Preis von 2,30 Euro. Im Verkaufspreis sind bereits 50 Cent für die Arbeit der Schwestern in „Betania“ enthalten. Der Spendenbetrag, der bis Weihnachten durch den Verkauf der Schokoladen zusammenkommt, wird abschließend vom Team der Welt-Brücke verdoppelt und an „Betania“ übergeben. Wer Betania direkt finanziell unterstützen möchte, kann dies auch mit einer Überweisung auf das Konto des Referats Weltkirche der Diözese Eichstätt tun: Diözese Eichstätt KdöR, Liga Bank eG, IBAN: DE69 7509 0300 0107 6149 50, Verwendungszweck: Betania, Bogotá. ((ddk)

Weltbrücke für fairen Handel e.V.

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