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Unermüdlicher Einsatz für eine faire Welt - TransFair wird 25 Jahre alt

Dieses Siegel steht für fair gehandelte Produkte.
Dieses Siegel steht für fair gehandelte Produkte.
Im Bistum Eichstätt sind viele Institutionen schon seit über 30 Jahren im fairen Handel aktiv, wie hier die 1981 begründete Weltbrücke für fairen Handel in Eichstätt, die 1997 die Eröffnung ihres neuen Ladens in der Schlaggasse feierte. Foto:
Im Bistum Eichstätt sind viele Institutionen schon seit über 30 Jahren im fairen Handel aktiv, wie hier die 1981 begründete „Weltbrücke für fairen Handel“ in Eichstätt, die 1997 die Eröffnung ihres neuen Ladens in der Schlaggasse feierte. Foto: privat

Vor genau 25 Jahren, 1992, wurde der gemeinnützige Verein „TransFair“ gegründet. Seitdem sorgt die von Organisationen aus der Entwicklungszusammenarbeit, Kirche und Verbraucherschutz mitbegründete Siegelorganisation dafür, dass Produzenten in Lateinamerika, Afrika und Asien durch faire Handelsbedingungen bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen erhalten. Der Verein mit dem bekannten grün-blau-schwarzen Logo ist zugleich auch die deutsche Mitgliedsorganisation von Fairtrade International und trägt daher neben dem Namen „TransFair“ auch die Bezeichnung „Fairtrade Deutschland“.

Vielen ist es noch in Erinnerung: Der Klassiker unter den fair gehandelten Produkten war 1992 der faire Kaffee; ihn fand man als erstes in den Regalen von Weltläden und Biogeschäften. Heute werden bundesweit über 3.000 Fairtrade-Produkte in rund 42.000 Verkaufsstellen angeboten: in Supermärkten, Discountern, Drogerie- und Biosupermärkten, Weltläden und mehr als 20.000 gastronomischen Betrieben. 2016 überstiegen die Umsätze mit Fairtrade-zertifizierten Produkten in Deutschland bereits eine Milliarde Euro.

Getragen wird TransFair heute von 31 Mitgliedsorganisationen aus Kirche, Entwicklungszusammenarbeit, Sozialarbeit, Verbraucherschutz, Genossenschaftswesen, Bildung, Politik und Umwelt. Als unabhängige Organisation handelt der Verein nicht selbst mit Waren, sondern vergibt das bekannte Fairtrade-Siegel für fair gehandelte Produkte, die internationalen Fairtrade-Standards genügen. Seine Arbeit finanziert TransFair zum größten Teil über die Lizenzeinnahmen für das von ihm vergebene Siegel. International ist TransFair mit vielen weiteren nationalen Siegelorganisationen und Produzentennetzwerken in der Dachorganisation FLO – der Fairtrade Labelling Organizations International - zusammengeschlossen.

Anlässlich seines 25-jährigen Jubiläums kann der Verein auf eine wechselvolle, aber auch sehr erfolgreiche Geschichte zurückblicken. Am 1. Januar 1992 nahm Dieter Overath, bis heute mit Herz und Blut Geschäftsführer in Köln, in seinem Wohnzimmer die Arbeit für den Verein TransFair e.V. auf. Heute leitet er ein Team von über 50 Mitarbeitern. Gleich 1992 unterzeichnete die bekannte Fairhandelsgesellschaft GEPA sowie COOP Minden als erster Supermarkt den ersten Lizenzvertrag und nahm Kaffee mit dem TransFair-Siegel auf, dicht gefolgt von REWE als erster Handelskette bundesweit. Andere Händler folgten schnell, so dass TransFair-Kaffee innerhalb kurzer Zeit in über 20.000 Supermärkten erhältlich war. Mit Schokolade und anderen Kakaoprodukten betrat TransFair 1995 Neuland. Auch faire Bananen bereicherten 1998 die Supermarktregale. Allerdings zerstörte Hurrikan "Mitch" im gleichen Jahr die gesamten Bananenpflanzungen und machte alle Investitionen und Hoffnungen vorerst zunichte.
Schwere Zeiten gab es bisweilen nicht nur in den Anbauländern, sondern auch für TransFair selbst. Im Jahr 2000 warf das ZDF dem Verein vor, dass die Mehreinnahmen des fairen Handels nicht bei den Kakaobauern in Ghana ankämen. Eine große Verunsicherung bei Verbrauchern, eine Medienkrise sowie persönliche Angriffe auf Geschäftsführer Overath waren die Folgen, von denen sich der Verein aber erholen konnte. 2001 fand mit Unterstützung von Misereor und dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) erstmalig die bundesweite „Faire Woche“ statt, bei der Hilfswerke, Verbände, Kirchen, Weltläden und Jugendorganisationen über 1.000 Aktionen organisierten.

Viele erlesene faire Neuheiten kamen im Laufe der Jahre hinzu. 2005 stellte TransFair erstmals faire Bio-Weine aus Südafrika vor; auch fair gehandelte Rosen waren zum ersten Mal in deutschen Supermärkten erhältlich. Die begehrte Blume erlebte eine unvergleichliche Karriere: Heute stammt jede vierte Rose in Deutschland von einer Fairtrade-Blumenfarm. Die ersten Textilien aus Fairtrade-zertifizierter Baumwolle kamen 2007 auf den Markt und veränderten die Modebranche: gleich im ersten Jahr boten 16 Firmen in Deutschland Textilien aus Fairtrade-Baumwolle an.

Die Zeiten, in denen Fairtrade-Produkte vornehmlich in Welt- und Naturkostläden sowie Supermärkten erhältlich waren, endeten 2006, als Lidl als erster Discounter in den fairen Handel einstieg und sieben fair gehandelte Produkte mit einer Eigenmarke fest in sein Sortiment aufnahm.

Mit seiner erfolgreichen Idee der „Fairtrade Town“-Kampagne startete TransFair 2009 und zeichnete Saarbrücken als erste Fairtrade-Stadt aus. Heute zählt Deutschland bereits 460 „faire Städte“, in denen Politik, Gesellschaft und Wirtschaft den fairen Handel auf ihre kommunale Agenda gesetzt haben. Mit der Kampagne „Fairtrade-Schools“ brachte TransFair 2012 die Idee ebenso erfolgreich in die Schulen: 331 Fairtrade-Schools und zehn Fairtrade-Universities haben das Thema des „fairen Handels“ in Deutschland inzwischen in ihren Alltagsbetrieb aufgenommen und leisten bei Schülern und Studenten Bewusstseinsarbeit für nachhaltige Entwicklung.

Auch im Bistum Eichstätt haben sich viele Institutionen der Unterstützung des fairen Handels verschrieben. Acht Fairtrade-Städte, über 20 Weltläden in der ganzen Diözese sowie sieben ausgezeichnete Fairtrade-Schools bekunden ihren Willen, an den weltweit ungerechten Handelsstrukturen etwas zu ändern und die faire Idee ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu bringen. Drei Schulen in Ingolstadt, Schwabach und Windsbach befinden sich im Bewerbungsverfahren zur „Fairtrade-School“; auch die Katholische Universität Eichstätt bereitet sich gerade auf ihre Auszeichnung zur „Fairtrade-University“ vor. Darüber hinaus unterstützen Kindergärten, Schulen, Vereine, Jugendverbände, Pfarreien, das Bistum selbst sowie verschiedenste Institutionen und Gastronomien den fairen Handel.

Weltbrücke für fairen Handel e.V.

Schlaggasse 2
85072 Eichstätt
Tel. (08421) 5450
Fax (08421) 905630
E-Mail: welt-bruecke(at)gmx(dot)de

Öffnungszeiten

Mo, Di, Mi, Fr
9.30-12.30 und 14.00-18.00 Uhr

Do
9.30-18.00 Uhr

Sa
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