

Chulucanas-Keramik

An der Nordküste Perus, in der Provinz Piura, lebt am Fuße des Vicus-Berges das Volk der Chulucanas, deren besondere Keramik ihren Namen trägt.
Die chulucanischen Töpfer sehen sich als Nachfolger der Vicus-Kultur. Diese Kultur war lange Zeit in Vergessenheit geraten. Erst um 1960 wurde sie durch archäologische Funde wiederentdeckt. Sie hatte sich zwischen 500 v. Chr. und 800 n. Chr. entwickelt.

Ohne Töpferscheibe und in einer Technik, die als „Positiv – Negativ“ bezeichnet wird, schaffen die Chulucanas ausdruckstarke Vasen, Schalen und Figuren. Für die behutsame Farbgebung kommen keinerlei Glasuren zum Einsatz. Der natürliche Glanz vieler Stücke wird durch Polieren – vor dem Brennen – des noch feuchten Tones erreicht. Zum Brennen werden Holzöfen benutzt. Durch Zugabe von frischen oder trockenen Bananen- bzw. Mangoblättern erzielt man verschiedene Farbschattierungen bei den Töpferwaren.
Schon einmal gebrannte Teile werden des öfteren an Stellen, die später heller erscheinen sollen, mit einer Schicht aus Ton oder feuchter Asche abgedeckt, die „engobe“ genannt wird. Die Töpferwaren werden nochmals gebrannt oder geräuchert, danach wird die „engobe“ entfernt