

Wein aus Chile und Südafrika
Zum Beispiel: Cooperativa Agrícola Vitivinícola de Curicó,Chile
Die Weine der Marke "Gran Robles" werden von der "Cooperativa Agrícola Vitivinícola de Curicó" gekeltert, die bereits 1939 in der Stadt Curicó in Chile entstand. Nach einem verheerenden Erdbeben, das fast alle Häuser und Weinberge in der Region zerstört hat, schlossen sich die Winzer in der Nähe von Curicó zusammen, um mit dem Wiederaufbau zu beginnen. Durch die Gründung einer Kooperative konnten die Weinbauern ihre Trauben in der eigenen Anlage verarbeiten und den daraus gewonnen Rebensaft lagern und vermarkten. Dadurch können sie für ihr weiterverarbeitetes Produkt einen höheren Preis erzielen, als beim Verkauf der Trauben.
Die "Cooperativa Agrícola Vitivinícola de Curicó" ist einer der wenigen Weinbaubetriebe Chiles, die demokratisch organisiert sind. Die Kooperative hat 55 eingetragene Mitglieder, darunter eine ganze Dorfgemeinschaft mit 30 Mitgliedern, so dass insgesamt rund 100 Weinbauern ihre Trauben über die Kooperative vermarkten.
Für die Bauern ist von großer Bedeutung, dass ihnen die Kooperative die Garantie gibt, die gesamte geerntete Traubenmenge abzunehmen. Kommerzielle Händler kaufen nur so viel ein, wie sie selbst für die Weinherstellung benötigen. Die Mitglieder der Kooperative werden ebenfalls nicht - wie sonst in der Landwirtschaft üblich - einmal nach der Ernte der Trauben vom Händler ausbezahlt, sondern erhalten von der Kooperative eine Art monatliche Abschlagszahlung. Sie erhalten so ein regelmäßiges und pünktlich ausbezahltes Einkommen.Weitere Vorteile für die Bauern bestehen darin, dass sie als Mitglieder der Kooperative eine landwirtschaftliche Beratung und technische Unterstützung bei der Weinherstellung erhalten.

Insgesamt gehören zur "Cooperativa Agrícola Vitivinícola de Curicó" rund 700 Hektar Land, auf dem Trauben angebaut werden. Die Weingärten rund um die Stadt Curicó, die etwa 200 Kilometer südlich von Santiago de Chile liegt, gelten als die besten in Chile. Dort wachsen die Traubensorten "Cabernet Sauvignon", "Carmenère", "Merlot", "Sauvignon Blanc" und "Chardonnay".
Der erste chilenische Wein wurde bereits 1877 nach Europa verkauft, da dort viele Rebstöcke durch Reblausbefall zerstört worden waren. Da die Reblaus Chile bis heute nicht erreicht hat, gedeihen in Chile noch die alten, wurzelechten Rebsorten. Die Weinherstellung hat in Chile aber eine noch längere Tradition. Bereits seit Mitte des 16. Jahrhunderts werden dort Trauben angebaut, um Wein zu gewinnen. Dass die Qualität der Weine ausgezeichnet ist, zeigt die Auszeichnung der Kooperative bei der "International Wine and Spirit Competition" in London 2001. Die "Cooperativa Agrícola Vitivinícola de Curicó" wurde als bester chilenischer Hersteller ausgezeichnet.
Zum Beispiel Winzerkooperative Goue Vallei, Südafrika

Die 115 Mitgliedsbetriebe setzen sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Landarbeiter ein. Die Winzerkooperative erhält im Fairen Handel 5 Prozent mehr als den jeweils gängigen Handelspreis. Diese 5 Prozent gehen an die Nichtregierungsorganisation Citrusdal, die damit Fortbildungen für die Landarbeiter finanziert. Die Kooperative hat darüber hinaus eine eigene Vermarktungsorganisation (Goue Vallei Wine), so dass Gewinne aus dem Verkauf des Weins zurück in die Kooperative fließen können. Die Landarbeiter im Goue Vallei bekommen feste Löhne, haben geregelte Arbeitszeiten, feste Pausen, Anspruch auf Urlaub und sind größtenteils gewerkschaftlich organisiert. In die Rentenversicherung, auf die die Beschäftigten der Goue-Vallei-Weingüter ebenfalls Anspruch haben, zahlen die Arbeiter 4 % ihres Gehaltes ein, der Arbeitgeber zahlt 6 %. Das deutsche Fairhandelshaus gepa bezieht über die niederländische Fairhandelsorganisation FTO aus Goue Vallei den Roséwein Classique Rosé.